Google Remarketing hat sich zu einer der am häufigsten genutzten Plattformen zwischen B2B- und B2C-Unternehmen entwickelt. Laut einer Studie von AdRoll machen nur 2% der Verbraucher bei ihrem ersten Besuch in einem Online-Shop eine Umstellung. Anstatt die restlichen 98% aufzugeben, versuchen Retargeting-Kampagnen, einen Teil dieser potenziellen Kunden zu gewinnen und ihnen eine zweite Chance zu geben. Aber wie funktioniert Google Remarketing, woraus besteht diese Werbemodalität genau?

Seit ihrer Einführung im Jahr 2000 sind die Werbetools von Google AdWords (Google Ads seit letztem Jahr) ein großer Verbündeter für Marken in allen Bereichen. Remarketing-Kampagnen erfreuen sich aufgrund ihrer hohen Konversionsrate und ihres hervorragenden ROI großer Beliebtheit. Wenn ein potenzieller Verbraucher eine Retargeting-Anzeige sieht, besteht laut einer Criteo-Studie eine Wahrscheinlichkeit von 70%, dass er das betreffende Produkt/Dienstleistung kaufen wird.

Überraschenderweise erwägen 9 von 10 Marketingspezialisten, ein Retargeting durchzuführen, um besser (oder zumindest besser) als E-Mail-Marketing oder organische Suchmaschinenpositionierung zu sein, so die State of the Industry-Studie von AdRoll.

Was ist Remarketing und warum interessiert es sich für ecommerces?

Bevor man sich näher mit dem Funktionieren von Google Remarketing beschäftigt, ist es logisch, dieses Werbetool, das in der digitalen Welt zunehmend eingesetzt wird, richtig zu definieren.

Remarketing ist definiert als eine Art von Kampagne, die sich speziell an eine Gruppe von Nutzern richtet, die zuvor einen bestimmten E-Commerce besucht haben, entweder durch organischen Traffic oder bezahlt. Bei diesem Besuch hat diese Gruppe ein Tracking-Cookie erhalten, das auf Ihrem Navigationsgerät gespeichert wurde und es Ihnen ermöglicht, die durch Anzeigen besuchten Produkte erneut anzuzeigen.

Die Wiedervermarktung ist daher vergleichbar mit der Gewährung einer zweiten Chance für diejenigen Verbraucher, die im Begriff waren, eine Umstellung vorzunehmen. Im Vergleich zu den üblichen Marketingkampagnen, die häufig bei Google und Facebook zu finden sind, sind Retargeting-Kampagnen stark segmentiert, da sie ein gemeinsames Publikum ansprechen: Sie haben eine Website besucht, ohne zu konvertieren.

Neben dem Nutzen der Segmentierung haben Remarketing-Kampagnen viele weitere Vorteile, wie z.B. hohe Klickraten oder einen hohen Return on Investment für Werbetreibende.

Wie genau funktionieren Retargeting-Anzeigen?

Die Frage, die sich viele Unternehmen stellen, ist offensichtlich: Wie Google Remarketing funktioniert. Der “Lebenszyklus” dieser Kampagnen besteht aus drei klar differenzierten Phasen:

Phase 1: Entdeckung

Ein Benutzer besucht und durchsucht einen E-Commerce, besucht mehrere Kategorien und hält bei einem oder mehreren Produkten an. Sie führen jedoch keine Konvertierung durch (Kauf von Artikeln, Ausfüllen von Abonnements usw.) und verlassen die Website. Ihr Abenteuer hat jedoch gerade erst begonnen, da ein Cookie auf Ihrem Navigationsgerät gespeichert wurde.

Phase 2: Verfolgung

Jedes Cookie hat eine eindeutige ID, die eine genaue Verfolgung jedes einzelnen Nutzers ermöglicht und die aufgrund ihrer Aufdringlichkeit durch verschiedene Gesetze und Bedingungen (z.B. Cookie Policy) geregelt ist. Für Marken sind diese Cookies unerlässlich, da sie in ihrer Remarketing-Liste enthalten sind, um in späteren PPC-Werbekampagnen verwendet zu werden.

Phase 3: Umsetzung

Während diese Benutzer weiter surfen, helfen Cookies Marken, sie auf ihrer “Reise” über das Internet zu verfolgen, indem sie ihnen Werbung für Produkte oder Dienstleistungen zeigen, die sie zuvor besucht haben, damit sie ihren Kauf überdenken können. In dieser letzten Phase kann der Benutzer die Produkte überprüfen, die seine Aufmerksamkeit erregt haben, indem er auf die Anzeige klickt und zu dem E-Commerce weitergeleitet wird, den Sie in der Vergangenheit besucht haben.

Eine weitere interessante Frage, die sich stellt, ist, wie man Google Remarketing macht. Im Wesentlichen bietet Google Ads Werbetreibenden drei Möglichkeiten, ihre Kampagnen durchzuführen: Display-Remarketing, YouTube-Remarketing und Search-Remarketing. Die Wahl des Formats hängt von der Zielsetzung und der Werbestrategie des werbetreibenden Unternehmens ab. So wird es beispielsweise eine Getränkemarke, deren Verbraucher YouTube häufig besuchen, sehr bequem finden, Videomarketing für ihre Retargeting-Kampagnen zu nutzen.

Aus Gründen der Sicherheit und des Datenschutzes verfügt Google Ads über eine Reihe von Kontrollen, um diese Art von Werbung zu regulieren, wie z.B. die folgenden Altersgruppen (Alter, Geschlecht, etc.), den Zeitraum, in dem Cookies in den Listen der Werbetreibenden verbleiben oder die Anzahl der erlaubten Impressionen.

Diese Kontrollen sollen jedoch nur sicherstellen, dass Remarketing-Kampagnen die Nutzer respektieren und ihre Rechte im Internet so weit wie möglich respektieren.

Gibt es ein Leben jenseits von Google AdWords Remarketing? 3 ausgezeichnete Alternativen

Klärend, wie Retargeting-Anzeigen funktionieren, muss betont werden, dass Google Ads kein Monopol auf diese Werbetechnik hat. Andere Werbeplattformen wie Facebook Retargeting, ReTargeter oder Perfect Audience ermöglichen Remarketing-Kampagnen mit hervorragenden Ergebnissen.

Facebook Retargeting

Mit rund 2.196 Millionen aktiven Nutzern (Juli 2018) ist Facebook stolz darauf, das wichtigste soziale Netzwerk zu sein, aufgrund seiner langen Geschichte und einer Community, die unendliche Möglichkeiten für Marken bietet. Kein Wunder, dass Facebook Retargeting eine sehr interessante Alternative zu Google Ads ist.

Die benutzerdefinierten Zielgruppen von Facebook bieten Flexibilität und ermöglichen es Ihnen, separate Listen für verschiedene Arten von Benutzern zu erstellen, die eine bestimmte Website besucht haben. Das soziale Netzwerk von Zuckerberg ist auch ideal für die Nutzung von Abonnentenlisten bei Retargeting-Kampagnen.

ReTargeter

Seit seiner Gründung im Jahr 2009 hat sich ReTargeter gegen Google Ads durchgesetzt und Werbetreibende wie Zendesk oder Hireology angezogen, was die Effektivität seiner Lösungen im Retargeting zeigt. Eine der Stärken von ReTargeter ist die Kompatibilität mit Facebook. Es ist auch möglich, einen CRM-Retargeting-Service aus Kontakten und Abonnentenlisten zu nutzen.

Perfektes Publikum

Eine weitere interessante Alternative zu Google Ads ist Perfect Audience, das effektive Lösungen für Retargeting-Kampagnen auf mobilen Geräten, Facebook und anderen Kanälen bietet. Eine seiner Stärken ist die Möglichkeit, das Publikum mehr zu segmentieren, indem nicht nur Remarketing-Anzeigen für Besucher einer Website gezeigt werden, sondern nur für diejenigen, die bestimmte Kategorien und Zielseiten besucht haben.

Unternehmen, die gerade erfahren haben, wie Google Remarketing funktioniert, sollten keine Zeit mit dem Start einer Kampagne verschwenden, da die Ergebnisse ihre Erwartungen übertreffen werden. Andererseits ist die Nutzung dieser Form des Marketings unerlässlich, um mit den Konkurrenten gleichberechtigt konkurrieren zu können, da 49% der Marken und 68% der Werbeagenturen einen Teil ihres Budgets für das Remarketing aufwenden, wie eine Studie der Incite Group zeigt.

Trotz ihrer großen Vorteile haben Retargeting-Kampagnen einige Nachteile, die vor dem Start einer Kampagne in Betracht gezogen werden sollten, wie z.B. ihre Invasivität, die Langsamkeit bei der Entwicklung der Strategie oder die Unmöglichkeit, neue Nutzer zu erreichen, die sich alle negativ auf die Marke und ihre potenziellen Verbraucher auswirken.